Ratgeber

Industriemeister Notenschlüssel: Punkte, Noten und Bestehen

Der Notenschlüssel der Industriemeisterprüfung steht in der Prüfungsverordnung und gilt bundesweit. Hier erfährst du, ab wie vielen Punkten du bestanden hast, welche Note zu welcher Punktzahl gehört, wie die mündliche Ergänzungsprüfung gerechnet wird und wie aus BQ und HQ die Gesamtnote entsteht.

Stand: 8 Min. Lesezeit
Auf dieser Seite
  1. Das Wichtigste zum Notenschlüssel in 30 Sekunden
  2. Der Notenschlüssel: Punkte und Noten
  3. So wird die BQ bewertet
  4. Unter 50 Punkten: die mündliche Ergänzungsprüfung
  5. So wird die HQ bewertet
  6. Die Gesamtnote: BQ zählt 25 Prozent
  7. Welche Punktzahl solltest du anpeilen?
  8. Nicht bestanden: Wie geht es weiter?
  9. Vorbereitung mit Industriemeister-BQ
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

Das Wichtigste zum Notenschlüssel in 30 Sekunden

  • Bestanden hast du mit mindestens 50 von 100 Punkten in jedem Prüfungsbereich. Ein starkes Fach gleicht ein schwaches nicht aus.
  • Die 50 Punkte gelten ohne Rundung: 49,5 Punkte sind nicht bestanden.
  • 50 Punkte entsprechen der Note 4,4. Ab 67 Punkten ist es „befriedigend“, ab 81 „gut“, ab 92 „sehr gut“.
  • Zwischen 30 und 49 Punkten kannst du in die mündliche Ergänzungsprüfung – in der BQ in höchstens zwei Fächern. Unter 30 Punkten nicht.
  • Für die Gesamtnote zählt die BQ 25 Prozent, die HQ 75 Prozent.

Grundlage ist die Prüfungsverordnung für den Industriemeister Metall; die Verordnung für Elektrotechnik regelt Bestehen und Ergänzungsprüfung gleich. Lernst du für eine andere Fachrichtung, schau zur Sicherheit in deine eigene Verordnung.

Der Notenschlüssel: Punkte und Noten

Jede Prüfungsleistung wird mit 0 bis 100 Punkten bewertet. Die Anlage 1 der Verordnung ordnet den Punkten eine Note zu. Im Zeugnis steht sie als Dezimalzahl mit einer Nachkommastelle.

NotePunkteDezimalnoten
sehr gut92–100100 = 1,0 · 98–99 = 1,1 · 96–97 = 1,2 · 94–95 = 1,3 · 92–93 = 1,4
gut81–9191 = 1,5 · 90 = 1,6 · 89 = 1,7 · 88 = 1,8 · 87 = 1,9 · 85–86 = 2,0 · 84 = 2,1 · 83 = 2,2 · 82 = 2,3 · 81 = 2,4
befriedigend67–8079–80 = 2,5 · 78 = 2,6 · 77 = 2,7 · 75–76 = 2,8 · 74 = 2,9 · 72–73 = 3,0 · 71 = 3,1 · 70 = 3,2 · 68–69 = 3,3 · 67 = 3,4
ausreichend50–6665–66 = 3,5 · 63–64 = 3,6 · 62 = 3,7 · 60–61 = 3,8 · 58–59 = 3,9 · 56–57 = 4,0 · 55 = 4,1 · 53–54 = 4,2 · 51–52 = 4,3 · 50 = 4,4
mangelhaft30–4948–49 = 4,5 · 46–47 = 4,6 · 44–45 = 4,7 · 42–43 = 4,8 · 40–41 = 4,9 · 38–39 = 5,0 · 36–37 = 5,1 · 34–35 = 5,2 · 32–33 = 5,3 · 30–31 = 5,4
ungenügend0–2925–29 = 5,5 · 20–24 = 5,6 · 15–19 = 5,7 · 10–14 = 5,8 · 5–9 = 5,9 · 0–4 = 6,0

Zwei Grenzen sind für dich entscheidend: die 50, weil darunter der Prüfungsbereich nicht bestanden ist, und die 30, weil darunter auch keine mündliche Ergänzungsprüfung mehr möglich ist.

Merke

Die Note 4,4 ist die schlechteste, mit der ein Prüfungsbereich bestanden ist. Sie entspricht genau 50 Punkten. Eine 4,5 bedeutet bereits „mangelhaft“ und damit nicht bestanden.

So wird die BQ bewertet

In den Fachrichtungen Metall und Elektrotechnik besteht die BQ aus fünf Prüfungsbereichen: Rechtsbewusstes Handeln, Betriebswirtschaftliches Handeln, Methoden der Information, Kommunikation und Planung, Zusammenarbeit im Betrieb sowie Naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten. Jeder Bereich wird einzeln mit bis zu 100 Punkten bewertet.

Die Note für den Prüfungsteil BQ ist der Durchschnitt der Prüfungsbereiche, kaufmännisch auf ganze Punkte gerundet. Ein Beispiel:

  • RBH 62 Punkte, BWH 55, MIKP 71, ZIB 78, NTG 50
  • Durchschnitt: (62 + 55 + 71 + 78 + 50) / 5 = 63,2 → gerundet 63 Punkte
  • Note für die BQ: 3,6 („ausreichend“)

In diesem Beispiel ist die BQ bestanden, obwohl NTG mit genau 50 Punkten auf der Kante liegt. Mit 49 Punkten in NTG wäre der Durchschnitt fast derselbe – die Prüfung aber nicht bestanden. Welche Themen dir in jedem Fach die sichersten Punkte bringen, zeigt unsere Auswertung der BQ-Prüfungsthemen.

Typischer Fehler

Mit dem Durchschnitt rechnen: „In ZIB hole ich 80, dann reichen mir in NTG 40.“ Das stimmt nicht. Jeder Prüfungsbereich muss für sich mindestens 50 Punkte erreichen. Plane deine Lernzeit deshalb nach dem schwächsten Fach, nicht nach dem Schnitt.

Unter 50 Punkten: die mündliche Ergänzungsprüfung

Wer in der BQ knapp scheitert, bekommt eine zweite Chance. Eine mündliche Ergänzungsprüfung wird angeboten, wenn du in höchstens zwei Prüfungsbereichen „mangelhaft“ bist, also zwischen 30 und 49 Punkten liegst. Ist auch nur ein Bereich „ungenügend“ (unter 30 Punkte), gibt es keine Ergänzungsprüfung.

Die Ergänzungsprüfung dauert je Prüfungsbereich höchstens 20 Minuten. Für das Ergebnis zählt die schriftliche Leistung doppelt, die mündliche einfach. Daraus ergibt sich eine einfache Rechnung:

Nötige Punkte mündlich = 150 − 2 × schriftliche Punkte

Schriftlich erreichtMündlich mindestens nötig
49 Punkte52 Punkte
45 Punkte60 Punkte
40 Punkte70 Punkte
35 Punkte80 Punkte
30 Punkte90 Punkte

Auch hier wird nicht aufgerundet: Mit 44 Punkten schriftlich und 61 Punkten mündlich kommst du auf 49,67 Punkte – das reicht nicht, du brauchst 62. Wie die Prüfung abläuft und wie du dich vorbereitest, steht in unserem Artikel zur mündlichen Ergänzungsprüfung. Zum Üben gibt es die MEP-Karteikarten.

So wird die HQ bewertet

Die Handlungsspezifischen Qualifikationen (HQ) bestehen aus drei Prüfungsleistungen: zwei schriftlichen Situationsaufgaben und dem situationsbezogenen Fachgespräch. Auch hier gilt: jede der drei Leistungen mindestens 50 Punkte, ohne Rundung. Die Note für den Prüfungsteil HQ ist der Durchschnitt der drei Leistungen.

Die Ergänzungsprüfung ist in der HQ strenger geregelt als in der BQ: Sie wird nur angeboten, wenn höchstens eine schriftliche Situationsaufgabe mangelhaft ist und keine ungenügend. Gerechnet wird wie in der BQ – schriftlich doppelt, mündlich einfach. Mehr zum zweiten Prüfungsteil findest du auf industriemeister-hq.de.

Die Gesamtnote: BQ zählt 25 Prozent

Am Ende steht im Zeugnis eine Gesamtnote. Sie wird aus den Punkten der beiden Prüfungsteile gebildet:

Gesamtpunktzahl = 0,25 × Punkte BQ + 0,75 × Punkte HQ

Führen wir das Beispiel fort: Die BQ hat 63 Punkte ergeben. In der HQ erreichst du 70, 64 und 82 Punkte, im Durchschnitt 72. Dann gilt:

  • 0,25 × 63 + 0,75 × 72 = 15,75 + 54 = 69,75 → gerundet 70 Punkte
  • Gesamtnote: 3,2 („befriedigend“)

Die HQ wiegt also dreimal so schwer wie die BQ. Für dich heißt das zweierlei: Eine nur knapp bestandene BQ verbaut dir keine gute Gesamtnote. Und in der BQ geht es vor allem darum, in allen Prüfungsbereichen sicher über 50 Punkte zu kommen. Die Ausbildereignung musst du nachweisen, sie fließt aber nicht in die Gesamtnote ein.

Welche Punktzahl solltest du anpeilen?

Wer in den Übungen regelmäßig bei 50 bis 55 Punkten landet, hat in der Prüfung keinen Puffer. Aufregung, eine ungewohnte Aufgabenstellung oder ein Rechenfehler kosten schnell fünf bis zehn Punkte. Sinnvoll ist ein Ziel von 65 Punkten oder mehr in jedem Fach – unter Prüfungsbedingungen, also mit Zeitvorgabe und nur mit den erlaubten Hilfsmitteln.

  • Schwächstes Fach zuerst. Der Bereich mit den wenigsten Punkten entscheidet über das Bestehen, nicht dein Lieblingsfach.
  • Ganze Prüfungen rechnen. Bearbeite komplette Jahrgänge am Stück. In der Prüfung hast du für RBH, BWH, MIKP und ZIB jeweils mindestens 90 Minuten, für NTG mindestens 60.
  • Punkte ehrlich zählen. Gib dir nur die Punkte, die du mit Rechenweg und Einheit wirklich aufgeschrieben hast.
  • Fehler nach Ursache sortieren. Wissen gefehlt, Aufgabe falsch gelesen oder Zeit zu knapp? Jede Ursache braucht eine andere Übung.
Prüfungstipp

Die Punktzahl an jeder Aufgabe verrät dir, wie viel sie wert ist. Verteile deine Zeit danach und lass keine Aufgabe leer: Für Ansatz, Formel oder eine begründete Entscheidung kann es Teilpunkte geben, auch wenn das Endergebnis nicht stimmt.

Wer kurz vor dem Termin steht, findet im Artikel Endspurt vor der BQ-Prüfung einen Wochenplan.

Nicht bestanden: Wie geht es weiter?

Jeder nicht bestandene Prüfungsteil kann zweimal wiederholt werden. Du musst dabei nicht alles neu schreiben: Meldest du dich innerhalb von zwei Jahren zur Wiederholung an, wirst du auf Antrag von den Prüfungsbereichen befreit, in denen du schon mindestens 50 Punkte hattest.

Die Einzelheiten stehen in unserem Artikel BQ nicht bestanden: wie oft kann man wiederholen?

Vorbereitung mit Industriemeister-BQ

In der App übst du die Prüfungsaufgaben der Jahrgänge 2015 bis 2026 nach Fach, Thema oder ganzem Prüfungstermin – mit Musterlösung zu jeder Aufgabe. So siehst du früh, in welchem Fach du noch unter der 50-Punkte-Grenze liegst.

Kostenlos Prüfungsaufgaben üben →

Häufige Fragen

Wie viele Punkte brauche ich, um die BQ zu bestehen?

Mindestens 50 von 100 Punkten in jedem Prüfungsbereich, ohne Rundung. Der Durchschnitt aller Fächer spielt für das Bestehen keine Rolle, nur für die Note.

Kann ich ein schlechtes Fach mit einem guten ausgleichen?

Nein. Jeder Prüfungsbereich muss einzeln bestanden sein. Liegst du in höchstens zwei Bereichen zwischen 30 und 49 Punkten, kannst du dort in die mündliche Ergänzungsprüfung gehen.

Welche Note sind 50 Punkte?

50 Punkte entsprechen der Note 4,4 („ausreichend“). Ab 67 Punkten ist es „befriedigend“, ab 81 „gut“, ab 92 „sehr gut“.

Wie viel zählt die BQ für die Gesamtnote?

25 Prozent. Die Handlungsspezifischen Qualifikationen zählen 75 Prozent. Die Gesamtpunktzahl wird kaufmännisch gerundet und dann nach dem Notenschlüssel in eine Note umgerechnet.

Quellen

← Alle Ratgeber im Überblick

Die fünf BQ-Fächer

Zu jedem Fach eine eigene Seite mit Inhalten und Prüfungsthemen