Jeder nicht bestandene Prüfungsteil darf zweimal wiederholt werden – du hast also drei Versuche. Bestandene Fächer musst du nicht noch einmal schreiben, wenn du dich innerhalb von zwei Jahren zur Wiederholung anmeldest und die Befreiung beantragst. Liegst du in höchstens zwei Fächern zwischen 30 und 49 Punkten, bekommst du zuerst eine mündliche Ergänzungsprüfung. Und selbst nach dem dritten Fehlversuch ist nicht alles vorbei: Du kannst ein neues Prüfungsverfahren beginnen.
Entscheidend ist, wie dein Ergebnis aussieht. Bestanden ist ein Fach ab 50 Punkten – ohne Aufrunden. Wie die Punkte genau zustande kommen, steht auf unserer Seite zum Notenschlüssel der Industriemeisterprüfung. Für alles darunter gibt es drei Fälle:
Du bekommst eine mündliche Ergänzungsprüfung (MEP) – aber nur, wenn kein Fach unter 30 Punkten liegt und höchstens zwei Fächer „mangelhaft“ sind. Die MEP dauert in der Regel höchstens 20 Minuten, dein schriftliches Ergebnis zählt dabei doppelt. Wie viele Punkte du mündlich brauchst und wie du dich vorbereitest, steht im Artikel zur mündlichen Ergänzungsprüfung. Üben kannst du sie mit dem MEP-Trainer.
Keine Ergänzungsprüfung. Die nicht bestandenen Fächer schreibst du in der Wiederholungsprüfung neu. Bestandene Fächer kannst du dir anrechnen lassen (siehe Zwei-Jahres-Frist unten).
Auch hier gibt es keine Ergänzungsprüfung. Alle nicht bestandenen Fächer werden schriftlich wiederholt.
Jeder nicht bestandene Prüfungsteil kann zweimal wiederholt werden. Die Basisqualifikation ist ein solcher Prüfungsteil – du hast für sie also insgesamt drei Anläufe: die erste Prüfung, die erste und die zweite Wiederholungsprüfung.
Fächer, die du bestanden hast, musst du in der Wiederholungsprüfung nicht noch einmal schreiben – aber nur, wenn du dich innerhalb von zwei Jahren zur Wiederholung anmeldest. Die Frist läuft ab dem Tag, an dem der nicht bestandene Prüfungsteil beendet war. Die Befreiung musst du beantragen.
Beispiel: Deine BQ-Prüfung endet im November 2026, NTG hast du bestanden, BWH nicht. Meldest du dich bis November 2028 zur Wiederholung an, kannst du dich von NTG befreien lassen und schreibst nur BWH neu. Meldest du dich später an, musst du auch NTG erneut ablegen.
Nicht verwechseln mit einer anderen Frist: Für die Zulassung zur Handlungsspezifischen Qualifikation (HQ) darf deine bestandene BQ nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Wer die BQ mehrfach wiederholt, sollte diese Frist für die HQ im Blick behalten.
Scheitert auch die zweite Wiederholungsprüfung, gilt die Prüfung als endgültig nicht bestanden. Das laufende Prüfungsverfahren ist damit abgeschlossen. Das heißt aber nicht, dass du nie Industriemeister werden kannst:
Ob und welche Fächer dir im neuen Verfahren erlassen werden, entscheidet deine IHK. Kläre das vor der Anmeldung schriftlich und gib den Antrag auf Befreiung gleich bei der Anmeldung mit an.
In der Regel wiederholst du bei der IHK, bei der dein Prüfungsverfahren läuft. Die Aufgaben sind bundesweit dieselben, der Ablauf aber nicht überall gleich – nicht jede IHK bietet jeden Termin an. Ziehst du um oder wechselst du den Arbeitsort, zum Beispiel in ein anderes Bundesland, frag bei beiden IHKs nach, ob ein Wechsel möglich ist und wie bestandene Fächer dann angerechnet werden. Melde dich erst an, wenn das geklärt ist.
Die BQ wird zweimal im Jahr geprüft, im Frühjahr und im Herbst. Nach einem nicht bestandenen Termin kannst du dich in der Regel schon zum nächsten anmelden – vorausgesetzt, die Anmeldefrist deiner IHK ist noch offen. Die bundeseinheitlichen Termine:
Alle Termine und Fristen findest du in der Übersicht der BQ-Prüfungstermine.
Das ist die entscheidende Frage. Wer genauso lernt wie beim ersten Mal, bekommt meist ein ähnliches Ergebnis. Was wirklich hilft:
War es Zeitmangel während der Vorbereitung? Prüfungsangst? Lücken in bestimmten Themen? Zu wenig Übung mit Prüfungsaufgaben? Je klarer du verstehst, warum du nicht bestanden hast, desto gezielter kannst du gegensteuern. Wenn dir die Nerven einen Streich gespielt haben, hilft der Artikel zur Prüfungsangst.
Wenn du in NTG durchgefallen bist, hilft es nicht, BWH noch einmal intensiv zu lernen. Finde heraus, welche Themen dir in NTG gefehlt haben – Mechanik, Elektrotechnik, Wärmelehre – und lege dort den Schwerpunkt. Welche Themen in jedem Fach am häufigsten drankommen, zeigt unsere Auswertung der BQ-Prüfungsthemen.
Die Prüfungsaufgaben haben einen eigenen Stil und Schwierigkeitsgrad. Wer hauptsächlich aus Büchern lernt, aber kaum Prüfungsaufgaben übt, ist schlecht auf das Format vorbereitet. Besser umgekehrt: Prüfungsaufgaben als Hauptmedium, Lernbücher zur Vertiefung.
Viele unterschätzen den Lernaufwand. Wenn du beim ersten Versuch zu kurzfristig angefangen hast, starte beim nächsten Mal mindestens drei Monate früher. Eine Vorlage dafür ist der 12-Wochen-Lernplan.
Zwei Stunden täglich über drei Monate sind wirksamer als zehn Stunden pro Tag in den letzten zwei Wochen vor der Prüfung. Das Gehirn speichert Wissen besser, wenn es regelmäßig aufgerufen wird – das Prinzip dahinter heißt Spaced Repetition.
Eine nicht bestandene BQ-Prüfung ist unangenehm, aber kein Karriereende. Du hast drei Versuche, und wenn du dich innerhalb von zwei Jahren zur Wiederholung anmeldest, bleiben dir deine bestandenen Fächer erhalten. Entscheidend ist, dass du aus dem ersten Versuch lernst und beim nächsten gezielter vorgehst.
Auf industriemeister-bq.de siehst du in der Statistik pro Thema, in welchen Themen deine Übungsantworten noch danebenliegen – dort lohnt sich Nacharbeit. So gehst du beim nächsten Versuch mit einem klaren Plan rein.
1.228 Prüfungsaufgaben BQ aus den Jahrgängen 2015–2026, KI-Freitext-Training und Übungsplaner.
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