Die mündliche Ergänzungsprüfung ist eine zweite Chance — keine Strafe. Wer in der schriftlichen BQ-Prüfung in maximal zwei Fächern zwischen 30 und 49,5 Punkten liegt, darf eine MEP ablegen. Voraussetzung: Kein Fach darf unter 30 Punkten liegen und nicht mehr als zwei Fächer dürfen im kritischen Bereich sein.
Die MEP ist freiwillig. Du musst sie nicht ablegen — aber wenn du es tust, hast du die Chance ein oder zwei Fächer noch zu bestehen ohne die gesamte schriftliche Prüfung wiederholen zu müssen.
Folgende Szenarien führen zur MEP-Berechtigung:
Kein MEP-Recht hast du wenn:
Der Prüfungsausschuss besteht aus drei Prüfern. Die reine Prüfungszeit beträgt 15 bis 20 Minuten — in denen die Prüfer alles abfragen können was im Rahmenplan des betreffenden Faches steht.
So läuft die MEP typischerweise ab:
Die Bewertung funktioniert nach folgendem Prinzip: Das Ergebnis der schriftlichen Prüfung wird mit 2 multipliziert, die Note der mündlichen Prüfung wird addiert. Um zu bestehen benötigst du insgesamt 150 Punkte.
Beispiel: Du hast in RBH 40 Punkte schriftlich. Das ergibt 80 gewichtete Punkte. In der MEP musst du also mindestens 70 von 100 möglichen Punkten erreichen um insgesamt auf 150 zu kommen.
Je schwächer das schriftliche Ergebnis, desto besser muss die MEP laufen. Mit 30 Punkten schriftlich brauchst du 90 Punkte in der MEP — das ist sportlich aber möglich.
Die Prüfer können alles abfragen. Es gibt keine sichere Eingrenzung auf bestimmte Themen. Trotzdem gibt es Schwerpunkte die regelmäßig gefragt werden — konzentriere dich auf die großen, prüfungsrelevanten Themen des Faches.
In der schriftlichen Prüfung tippt oder schreibt man — in der MEP musst du reden. Übe Antworten laut zu formulieren. Erkläre Sachverhalte einer Person die das Thema nicht kennt. Wer seine Gedanken klar aussprechen kann, überzeugt die Prüfer.
Prüfer erwarten keine Auswendiglernleistung sondern Verständnis. Wer sagen kann "Das ist so weil..." und ein Beispiel aus dem Betrieb liefert, macht einen besseren Eindruck als jemand der Definitionen herunterbetet.
Wenn du eine Frage nicht sofort weißt: Atme kurz durch, denke laut und leite her was du weißt. Prüfer unterbrechen selten wenn jemand erkennbar nachdenkt. Ruhe und Struktur wirken professioneller als schnelle falsche Antworten.
Bei NTG oder BWH können Rechenaufgaben kommen. Die Formelsammlung und ein Taschenrechner werden gestellt. Das Prinzip bleibt dasselbe wie schriftlich — Formel erkennen, Werte einsetzen, Ergebnis nennen und kurz erklären was das bedeutet.
Ja — du kannst einen Prüfer ablehnen wenn du begründeten Zweifel an seiner Unparteilichkeit hast, zum Beispiel wenn er bereits in einer früheren MEP dein Prüfer war. Das ist selten notwendig, aber das Recht besteht.
Wenn du die MEP nicht bestehst gilt das Fach als nicht bestanden. Du musst es dann schriftlich wiederholen — beim nächsten Prüfungstermin. Die MEP selbst kann nicht wiederholt werden, nur die schriftliche Prüfung.
Die MEP ist kein Grund zur Panik — sie ist eine faire zweite Chance. Wer die Vorbereitung ernst nimmt, strukturiert antwortet und ruhig bleibt, hat sehr gute Aussichten zu bestehen. Die meisten Prüfer sind daran interessiert zu sehen was du kannst — nicht daran dich zu Fall zu bringen.
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