RBH steht für Rechtsbewusstes Handeln — und ist das Rechtsfach der Industriemeister BQ. Hier geht es nicht um Paragraphen auswendig lernen sondern um das Verständnis der rechtlichen Rahmenbedingungen die im Arbeitsalltag eines Industriemeisters relevant sind.
Als Industriemeister trägst du Führungsverantwortung. Du stellst ein, mahnst ab, sprichst Kündigungen aus — oder bereitest sie zumindest vor. Du bist für den Arbeitsschutz in deinem Bereich zuständig und musst datenschutzrechtliche Anforderungen kennen. RBH gibt dir das rechtliche Fundament für diese Aufgaben.
Viele Teilnehmer unterschätzen RBH am Anfang — weil es kein Rechnen erfordert. Dafür ist es umso mehr Auswendiglernstoff der verstanden werden muss. Mit der richtigen Struktur ist RBH aber gut zu bewältigen.
Aufbau des deutschen Rechtssystems, Unterschied zwischen öffentlichem und privatem Recht, Rangfolge der Rechtsquellen (Grundgesetz → Bundesgesetz → Tarifvertrag → Betriebsvereinbarung → Arbeitsvertrag). Das Günstigkeitsprinzip: Eine niedrigere Rechtsquelle darf nur dann abweichen wenn sie günstiger für den Arbeitnehmer ist.
Entstehung, Inhalt und Beendigung des Arbeitsvertrags. Pflichten des Arbeitgebers (Beschäftigung, Vergütung, Fürsorge) und des Arbeitnehmers (Arbeitspflicht, Treuepflicht, Sorgfaltspflicht). Probezeit, befristete Verträge, Teilzeit — die verschiedenen Vertragsformen und ihre rechtlichen Besonderheiten.
Das ist eines der prüfungsrelevantesten Themen in RBH. Ordentliche vs. außerordentliche Kündigung, Kündigungsfristen nach § 622 BGB, Kündigungsschutzgesetz (KSchG — gilt ab mehr als 10 Mitarbeitern und mindestens 6 Monaten Betriebszugehörigkeit).
Wichtige Prüfungsthemen rund um die Kündigung:
Das BetrVG regelt die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Betrieb. Zentrales Organ: der Betriebsrat. Prüfungsrelevante Themen:
Die fünf Säulen der Sozialversicherung: Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung. Beitragspflicht, Beitragsbemessungsgrenzen, wer zahlt was. Die Unfallversicherung ist die einzige Säule die ausschließlich vom Arbeitgeber finanziert wird.
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), Arbeitsstättenverordnung, Gefährdungsbeurteilung — der Arbeitgeber ist verpflichtet Gefährdungen zu ermitteln und Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Wichtige Akteure: Arbeitssicherheitsfachkraft (Sifa), Betriebsarzt, Sicherheitsbeauftragter.
Die Hierarchie der Schutzmaßnahmen (STOP-Prinzip):
Mutterschutzgesetz (MuSchG), Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG), Schwerbehindertenrecht (SGB IX) — diese Gesetze schützen bestimmte Personengruppen mit besonderen Regelungen für Arbeitszeiten, Kündigung und Beschäftigung.
Die Datenschutz-Grundverordnung ist seit 2018 EU-weit gültig. Prüfungsrelevant: die sieben Grundprinzipien (Rechtmäßigkeit, Transparenz, Zweckbindung, Datensparsamkeit, Richtigkeit, Integrität, Rechenschaftspflicht), Betroffenenrechte (Auskunft, Löschung, Berichtigung) und die Pflicht zum Datenschutzbeauftragten ab 20 Mitarbeitern mit regelmäßiger automatisierter Verarbeitung.
Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), Kreislaufwirtschaftsgesetz, Wasserhaushaltsgesetz — die wichtigsten Umweltgesetze und ihre Bedeutung für Industriebetriebe. Verursacherprinzip, Vorsorgeprinzip, Kooperationsprinzip als Grundprinzipien des Umweltrechts.
Die RBH-Prüfung dauert 60 Minuten. Typischer Aufbau:
Besonders häufig: Fälle zur Kündigung (welche Art, welche Voraussetzungen), Betriebsratsbeteiligung, Sozialversicherungszuordnung, DSGVO-Grundsätze.
In RBH musst du wissen welches Gesetz was regelt. BImSchG = Immissionsschutz, KSchG = Kündigungsschutz, BetrVG = Betriebsverfassung, MuSchG = Mutterschutz. Diese Zuordnung kommt regelmäßig als Multiple-Choice-Frage.
RBH wird mit konkreten Fällen geprüft. Übe an echten Prüfungsaufgaben: Sachverhalt lesen, rechtlich einordnen, Antwort begründen. Wer nur Definitionen auswendig lernt scheitert an praxisnahen Fallaufgaben.
Kündigung und Kündigungsschutz, Betriebsverfassung und Betriebsrat sowie DSGVO machen den größten Teil der Prüfungsaufgaben aus. Hier lohnt es sich besonders tief einzusteigen.
RBH ist kein Hexenwerk — aber es braucht Systematik. Wer die Gesetze versteht statt sie auswendig zu lernen, Fälle übt und die Schwerpunkte kennt hat gute Chancen zu bestehen.
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