Auf dieser Seite
- Was ist das Meister-BAföG?
- Was wird gefördert?
- Wie viel bekommst du konkret?
- Voraussetzungen für das Aufstiegs-BAföG
- Zuschuss vs. Darlehen — der wichtige Unterschied
- Meisterbonus der Bundesländer — extra Geld on top
- Wann und wo beantragen?
- Kombination mit anderen Förderungen
- Fazit — lohnt sich die Förderung?
Was ist das Meister-BAföG?
Das Meister-BAföG — offiziell Aufstiegs-BAföG oder AFBG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz) — ist die wichtigste staatliche Förderung für angehende Industriemeister. Es unterstützt dich bei den Kosten für Lehrgang, Prüfungsgebühren und im Vollzeitfall auch beim Lebensunterhalt.
Das Besondere: Ein großer Teil der Förderung muss nicht zurückgezahlt werden. Nach erfolgreichem Abschluss werden 40% des Darlehensanteils automatisch erlassen — du zahlst also weniger zurück als du bekommen hast.
Was wird gefördert?
Das Aufstiegs-BAföG deckt mehrere Kostenbereiche ab:
- Lehrgangs- und Prüfungsgebühren: Bis zu 15.000 Euro als Maßnahmenbeitrag — davon ist ein Teil Zuschuss (nicht rückzahlbar), der Rest zinsgünstiges Darlehen
- Lebensunterhalt bei Vollzeitfortbildung: Bis zu 1.019 Euro pro Monat für Alleinstehende, plus Zuschläge für Verheiratete (235 Euro) und Kinder (235 Euro pro Kind)
- Prüfungsvorbereitung: Auch Vorbereitungskurse und Prüfungswiederholungen können gefördert werden
Wie viel bekommst du konkret?
Das hängt von deinem Einkommen, Bundesland und Familienstand ab. Als grobe Orientierung:
- Lehrgangskosten Industriemeister: typisch 3.000–8.000 Euro je nach Anbieter
- Prüfungsgebühren IHK: 400–600 Euro für die BQ
- Förderquote: bis zu 75% der Gesamtkosten durch Kombination aus Zuschuss und Darlehen
In einigen Bundesländern — besonders Bayern — kann die Gesamtförderung die Kurskosten sogar vollständig decken oder übersteigen. Der Industriemeister wird damit zur Investition mit positivem Ertrag.
Voraussetzungen für das Aufstiegs-BAföG
- Du strebst einen anerkannten Fortbildungsabschluss an (Industriemeister zählt dazu)
- Die Fortbildung muss förderungswürdig sein (IHK-Prüfungen sind es)
- Du hast die Fortbildung noch nicht auf dieser Qualifikationsstufe absolviert
- Eine Altersgrenze gibt es nicht — die Förderung ist für alle Altersgruppen offen
- Auch Personen mit einem Hochschulabschluss können gefördert werden
Zuschuss vs. Darlehen — der wichtige Unterschied
Das Aufstiegs-BAföG besteht aus zwei Teilen:
- Zuschuss: Muss nicht zurückgezahlt werden. Gilt vor allem für den Kinderbetreuungsanteil und Teile des Maßnahmenbeitrags.
- Zinsgünstiges Darlehen: Wird nach Abschluss zurückgezahlt — aber 40% werden nach bestandener Prüfung automatisch erlassen. Wer innerhalb von 3 Jahren nach Abschluss ein Unternehmen gründet, bekommt sogar bis zu 66% erlassen.
Zusätzlich zum Aufstiegs-BAföG zahlen viele Bundesländer nach bestandener Prüfung eine einmalige Prämie:
- Bayern: bis zu 3.000 Euro (einer der höchsten Boni)
- Baden-Württemberg: 1.500 Euro (nur für Handwerksmeister)
- Hamburg, Bremen: je 1.300 Euro
- NRW, Hessen, Sachsen: unterschiedliche Regelungen
Informiere dich bei deinem zuständigen Amt für Ausbildungsförderung welcher Bonus in deinem Bundesland gilt — die Regelungen ändern sich gelegentlich.
Wann und wo beantragen?
WichtigDen Antrag musst du vor Beginn des Lehrgangs stellen — nicht erst wenn du schon mittendrin bist. Rückwirkende Förderung ist in der Regel nicht möglich.
Zuständig ist das Amt für Ausbildungsförderung in deiner Stadt oder dein Studentenwerk. Der Antrag kann online über das BMBF-Portal gestellt werden.
Was du brauchst:
- Zulassungsbestätigung oder Anmeldung zum Lehrgang
- Einkommensnachweise
- Nachweise über Berufsausbildung und Berufspraxis
- Ausgefüllter AFBG-Antrag
Kombination mit anderen Förderungen
Das Aufstiegs-BAföG lässt sich in vielen Fällen mit weiteren Förderungen kombinieren:
- Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit (wenn du arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht bist)
- Betriebliche Übernahme der Kurskosten durch den Arbeitgeber
- Regionale Förderprogramme einzelner IHKs
Fazit — lohnt sich die Förderung?
Kurze Antwort: Ja, fast immer. Das Aufstiegs-BAföG macht die Industriemeister-Weiterbildung für die meisten finanziell tragbar — selbst wenn du neben dem Job lernst und keine Vollzeitförderung beantragst, reduziert sich dein Eigenanteil erheblich.
Beantrage die Förderung frühzeitig, bevor du den Lehrgang buchst. Und vergiss nicht den Meisterbonus deines Bundeslandes nach bestandener Prüfung zu beantragen — das Geld liegt buchstäblich auf der Straße.